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Partnerschaftsverein Baden-Baden

Stammtisch mit Bericht zur Lage in Jalta

Jalta

Gerhard und Uta Ell informierten beim jüngsten Stammtisch des Partnerschaftsvereins über die aktuelle Situation in der auf der Halbinsel Krim gelegenen Partnerstadt Jalta.

Das Ehepaar hat ständigen engen Kontakt mit Ljuba Gribkova, Irina Zhuralyowa und Olga Vaganova sowie der armenischstämmigen Familie Ayropetyan vom Freundeskreis Baden-Baden in Jalta.

Laut Gerhard Ell sehe die russischstämmige Bevölkerung der Krim das Referendum als Wiedergutmachung für das Unrecht von 1954 an, als Nikita Chruschtschow die Krim der Ukarine schenkte. Das Referendum sei gut vorbereitet gewesen. Die Abstimmungsunterlagen hätten die Behörden in den Sprachen russisch, ukrainisch und krim-tatarisch gedruckt. Viele ältere Menschen hätten im Wahllokal Tränen in den Augen gehabt. Der im letzten Jahr noch von Kiew eingesetzte Oberbürgermeister habe sich von seinen Pflichten entbinden lassen. Die Neuwahl werde bereits vorbereitet. Unter anderem kandidiert der frühere Oberbürgermeister Braiko.

Das Umstellen der Währung, die Erhöhung der Gehälter für Ärzte, Polizisten, Beamte, die Erhöhung der Rente, das Absenken des Rentenalters und die Einführung einer gesetzlichen Krankenkasse sollen Russland rund 50 Milliarden kosten.

Vera Federova, Lehrerin am Tschechow-Gymnasium in Jalta, berichtete den Ells: „Die Situation im Moment ist bestens. Wir fühlen uns wieder zu Hause und nicht wie Bürger zweiter oder dritter Klasse. Die Krim hat jetzt drei offizielle Sprachen. Für etwa 70 Prozent der Bevölkerung der Krim ist die Muttersprache russisch.“

Nach dem informativen Vortrag von Gerhard Ell bat Partnerschaftsvereins-Vorsitzender Lutz Benicke die Mitglieder um ihre Meinungen. Dabei gab es auch Fragen zu den bisherigen humanitären Projekten, wie das Waisenhaus und künftigen Vorhaben. Laut Ell sei das Waisenhaus nach der Aufnahme der Kinder in Familien aufgelöst und werde als Kindergarten weitergeführt. Schwerpunkt sei derzeit die Suche nach einem behindertengerecht ausgestatten Transporter für das Behindertenzentrum in Jalta. Für das Vorhaben habe er bereits 15.000 Euro an Spenden gesammelt, weitere 25.000 Euro würden benötigt. Ein Serviceclub habe 20.000 Euro spenden wollen, jedoch die Spende nach den politischen Änderungen auf der Krim zurückgezogen.

Die Mitglieder des Partnerschaftsvereins vertraten mehrheitlich die Meinung, die Vorgehensweise Russlands zu verurteilen, dennoch wolle man die gewachsenen Beziehungen auf Bürgerebene und die humanitäre Hilfe beibehalten und nicht auf Eis legen. Laut Ell seien die Menschen glücklich, erstmals demokratisch abgestimmt zu haben. Lutz Benicke unterstrich: „Wenn wir die Beziehungen auf Bürgerebene beenden, können wir unser freiheitliches, demokratisches und rechtstaatliches Denken nicht in die Welt tragen.“ Dem fügte Gerhard Ell hinzu: „Auch Heidelberg wird die Beziehungen zur Partnerstadt von Simferopol nicht abbrechen.“

Zu Ende des Stammtisches gab es Informationen zur Feier des 100-jährigen Jubiläums der Bernharduskirche und den Bürgerreisen nach Karlovy Vary (Karlsbad) und Menton. Für beide Reisen gibt es nur noch wenige freie Plätze. Infos gibt es bei Helga Verspohl zu Karlovy Vary, Tel. 07221/63887, und von Sandra Walther, Tel. 07221/73572, zu Menton..