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Partnerschaftsverein Baden-Baden

Jalta-Bürgerreise mit vielen neuen Eindrücken

Jalta

Baden-Baden. Im Rahmen der Bürgerreise in die Baden-Badener Partnerstadt Jalta verbrachten 36 Kurstädter unter Leitung von Gerhard und Uta Ell die erste Septemberwoche auf der südlichen Krim.

Die Bedingungen waren ausgezeichnet: Bilderbuchwetter, den Tag über strahlender Sonnenschein, Außentemperaturen von 26 bis 29 Grad, 23 bis 26 Grad warmes Meerwasser, im renovierten Meerwasser- Hotelschwimmbad 28 Grad. Die Reisegruppe nahm die Bademöglichkeiten täglich in Anspruch, entweder schon vor Programmbeginn oder am Nachmittag nach der Rückkehr ins Hotel. Die Baden-Badener fühlten sich in dem ruhigen im Massandra-Park gelegenen „Jalta-Hotel“ sehr wohl. Von den Zimmern genossen die Reisenden den Blick zum Schwarzen Meer und auf das Krimgebirge, das die Sonne allmorgendlich in eine märchenhafte Kulisse verwandelt.

Im Rahmen der Bürgerreise besichtigten die Baden-Badener zahlreiche Sehenswürdigkeiten Jaltas und der Region: das Massandra-Schloss, auch Stalin-Datscha genannt, den Woronzow-Palast, das Schwalbennest, dem Wahrzeichen Jaltas, und die Alexander-Newskij-Kathedrale. Von besonderem Interesse war der Besuch des Liwadija-Palastes, wo im Februar 1945 die historisch bedeutsame Konferenz von Jalta stattfand und Stalin, Churchill und Roosevelt die Teilung Deutschlands vornahmen.

Auf einer der schönsten Küstenstraßen Europas erreichte die Gruppe per Bus Sewastopol und besichtigte das weltberühmte „Sewastopol-Panorama“. Anschließend erfuhren die Reiseteilnehmer auf einer Bootsrundfahrt von der Geschichte des Sewastopoler Hafens und der dort stationierten Schwarzmeerflotte. Nach einem typisch ukrainischen Mittagessen fuhr der Bus in die Bucht von Balaklawa, einst ein idyllisches Hafenstädtchen, das 1950 von allen Landkarten verschwand. Stalin plante hier ein Projekt der allerhöchsten Geheimhaltungsstufe, den Bau eines 126 Meter unter der Erde liegenden Bunkers, wo U- Boote repariert, versteckt und sogar mit atomaren Sprengköpfen ausgestattet werden konnten. Im Falle eines Atomkrieges hätten hier Tausende von Flüchtlingen aufgenommen werden können. Auf dem Heimweg machte man Halt auf dem größten deutschen Soldatenfriedhof der Ukraine. Die Deutsche Kriegsgräberfürsorge legte dort für die deutschen Gefallenen eine würdige Ruhestätte an.

Am Dienstag hatten die Baden-Badener die Möglichkeit, ihr Tagesprogramm selbst zu bestimmen: eine kleine Schiffsfahrt zum Schwalbennest, mit der Seilbahn auf den 1234 m hohen Aj-Petri, einen ausgiebigen Stadtbummel oder einen Badetag.

Der Donnerstag galt dem Besuch des 200 Hektar großen Botanischen Gartens mit seinen 10.000 verschiedenen Pflanzenarten aus allen Kontinenten, dem Städtchen Gursuf und dem Anton Tschechow-Museum. Der Nachmittag stand im Zeichen des Empfangs der Kurstädter durch Jaltas Oberbürgermeister Alexej Bojartschuk im Rathaus. Aus dem Sommer 1992 datiert die erste Kontaktaufnahme durch die FDP-Fraktion des Baden- Badener Gemeinderates, es galt also ein 20-jähriges Jubiläum zu feiern. Auf Wunsch von Gerhard Ell wurden von der Stadtverwaltung Jalta alle Personen eingeladen, die von Anfang an am Zustandekommen dieser heute gut funktionierenden Städtepartnerschaft mitgewirkten.

OB Bojartschuk begrüßte mit herzlichen Worten die Kurstädter und die Jaltaer und ließ die 20 Jahre seit der ersten Kontaktaufnahme Revue passieren. Von Baden- Baden war anlässlich dieses Jubiläums die FDP-Fraktion vertreten, die mit ihrer Anwesenheit die Solidarität an dieser Städtepartnerschaft unterstricht. Fraktionsvorsitzender Michael Bauer sprach im Auftrag von Oberbürgermeister Wolfgang Gerstner und überbrachte Alexej Bojartschuk Grüße und Gastgeschenke. Olaf Feldmann, der Initiator dieser Städtepartnerschaft, hatte Gelegenheit auf die vor 20 Jahren beginnende Entwicklung dieser Städtefreundschaft einzugehen. Gerhard Ell stellte die Personen von Jalta vor, die diese Städtepartnerschaft vorbereiteten und sich bis heute für deren Intensivierung engagierten. Dafür sprach er allen herzlichen Dank aus.

OB Bojartschuk und Fraktionsvorsitzender Bauer sprachen Altstadtrat Gerhard Ell und Frau Uta mit herzlichen Worten den Dank für ihre unermüdlichen Bemühungen um diese Partnerschaft aus. Bojartschuk berichtete, er habe Gerhard Ell als Ehrenbürger der Stadt Jalta vorgeschlagen, in Anerkennung seiner großen Verdienste um die Städtepartnerschaft. Am letzten Tag konnten sich die Kurstädter an einem Alternativangebot beteiligen: der Besuch von Bachtschissaraj, der ehemaligen Hauptstadt der Krimtataren oder der Besuch des in Felsen eingehauenen Maria-Himmelfahrtsklosters. Der Tag endete mit einem Abschiedsessen. Die Folkloregruppe „Kalinka“ erfreute die Kurstädter zum Abschied musikalisch.

Auch kulinarisch kamen die Reisenden auf ihre Kosten: Sie wurden mit russischen, ukrainischen und tatarischen Spezialitäten verwöhnt – und Olga Vaganowa, Dolmetscherin und Reiseleiterin, verwöhnte auf ihre, vielen Baden-Badenern bekannte Weise die Reisegruppe mit Themen über Land und Leute.