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Partnerschaftsverein Baden-Baden

Umfangreiches Besuchsprogramm in Jalta – Vielseitige Eindrücke und Erfahrungen

Während ihres Besuches besuchten Gerhard und Uta Ell mehrere Einrichtungen in Baden-Badens Partnerstadt Jalta, darunter die Sprachschule.

Die Schule Nr. 1, in der die Sprachschule untergebracht ist, bereitete den Gästen aus Baden-Baden einen fröhlichen Jubiläumsempfang. Gegründet wurde die Sprachschule vor vier Jahren von Lewon Ayropetyan und den Ells mit finanzieller Unterstützung des Baden-Badener Partnerschaftsvereins. Die Schule gibt Schülern im Alter von 6 bis 14 Jahren Gelegenheit, die deutsche Sprache zu erlernen. Eine zweite Sprachgruppe wurde unlängst gegründet für Kindergartenkinder ab dem 4. Lebensjahr, die auch von Baden-Baden aus finanziell unterstützt wird.

Uta und Gerhard Ell erlebten eine Unterrichtsstunde in deutscher Sprache, in deren Verlauf die Baden-Badener einbezogen wurden. Es kam zu einem lebhaften Dialog zwischen den Schülern und den Gästen, der von der Deutschlehrerin Natalia Formina gut vorbereitet war. Ein erfolgreiches Projekt im Rahmen der Städtepartnerschaft, über das die Schüler schon erstaunliche Deutschkenntnisse in der spontanen Konversation vorweisen können.

Ein weiterer Besuch galt dem Behindertenzentrum für Kinder, ein Projekt, das im Rahmen der Städtepartnerschaft humanitäre Unterstützung erfährt. Hier erlebten die Ells, wie behinderte Kinder auf verschiedenste Weise auf Geräten therapiert werden, deren Anschaffungen mit Spendengeldern Baden- Badener Bürger ermöglicht wurde. Der Ausbau eines Therapieraumes, ebenfalls mit Spendengeldern finanziert, soll in wenigen Wochen fertiggestellt sein.

In einem ausführlichen Gespräch mit der Leiterin des Behindertenzentrums Olga Belevzova, selbst Mutter eines behinderten Kindes, erfuhren die Ells, wie wichtig die Spenden für das Behindertenzentrum sind. Ein Behinderter, gehör und sprachlos, inzwischen ein anerkannter Künstler, fertigte aus Dankbarkeit für Uta und Gerhard Ell ein Ölgemälde mit einer besonderen Widmung für ihr großes Engagement.

Uta und Gerhard Ell waren auch willkommene Gäste in der Jugendmusikschule Jalta. Dort hieß sie Leiterin Tatjana Chorochun willkommen. Sie hatte ein Konzert vorbereitet, in dem Schüler aller Altersgruppen auf ihren Instrumenten und gesanglich ihr Können zeigten. Die Ells freuten sich über das Überraschungskonzert, bedankten sich herzlich mit einem Blumenstrauß und versprachen, sich um Kontakte zwischen der Jugendmusikschule Jalta und einer Musikgruppe in Baden-Baden zu bemühen.

Zum Abschluss ihres Besuches auf der Krim luden Uta und Gerhard Ell den „Freundeskreis Baden-Baden“ im Namen des Partnerschaftsvereines Baden-Baden zu einem Freundschaftsessen ein. Damit dankt der Partnerschaftsverein den Freundeskreis-Mitgliedern in Jalta für den Einsatz beim gerechte Verteilen der Sachspenden, die in vielen Jahren mit den humanitären Transporten von der Oos nach Jalta kamen.

Die Einladung der Ells durch den Vorsitzenden des Clubs 99, Anatoliy Miersojan, setzte den Besuchsreigen fort. Der Club 99 setzt sich aus Mitgliedern aus Politik, Kunst, Wirtschaft und Industrie zusammen. Ferner gehören ihm Hoteldirektoren, Bürgermeister, Verwaltungsleute und Astronauten an. Der Club ist vergleichbar den deutschen Service-Clubs.

Anatoliy Miersojan, der sich mit dem Engagement Gerhard Ells während der letzten 20 Jahre auf der Krim beschäftigte, ernannte ihn zum Ehrenmitglied des Clubs 99. Nach der Laudatio zeichnete er Ell mit Urkunde und Anstecknadel aus. Jeder der anwesenden Clubmitglieder ging in einem Toast auf die Verdienste des Ehrenmitgliedes Gerhard Ell ein. Der Geehrte bedankte sich mit herzlichen Worten für die Aufnahme in den Club. Es sei für ihn eine große Freude und eine besondere Ehre zugleich.

Grundsätzlich nehmen Gerhard und Uta Ell sehr vielseitige Eindrücke ihrer zehntägigen Krimreise von Land und Leuten aus Jalta mit. Bei ihrem zweiten Besuch in Jalta nach dem Referendum führten die Ells mit Freunden und Bekannten Gespräche über die momentane Lage auf der Krim.

Die Baden-Badener konnten sich beim Besuch von Kaufhäusern und Märkten davon überzeugen, dass die Preisentwicklung im Rahmen des Zumutbaren ist. Beispielsweise die Modegeschäfte, vertreten meist von russischen und türkischen Firmen, jedoch auch von bekannten französischen und italienischen Designermarken, bieten hochaktuelle Waren an.

Interessant war für die Ells zu erfahren, dass bei der Stadtverwaltung nach dem Referendum die Macht, die bislang nur dem Oberbürgermeister oblag, zwischen dem Leiter des Amtes und dem 1. Vorsitzenden des Stadtrates geteilt ist. Positiv gewertet wird die Einführung einer Krankenversicherung für jedermann. Der Tourismus wächst, die Hotels sind von russischen Gästen ausgebucht, die westlichen bleiben aus. Das gilt auch für die Kreuzfahrtschiffe, die in der Vergangenheit regelmäßig im Hafen von Jalta anlegten - zum großen Bedauern der Bevölkerung.

Wegen der Krimkrise ist die Beweglichkeit im Reisen stark beeinträchtigt, vor allem sind die Verbindungen nach Kiew sehr umständlich, nach Moskau mit dem PKW, der Ausbau der Autobahn bei Kertsch ist bereits im Gange, die Brücke soll nach vier Jahren fertiggestellt sein.

Eingeschränkte Investitionen in der Wirtschaft, kein Kreditkartenverkehr und Kredite, zum Beispiel für den Kauf eines Autos, sind nur sehr schwer zu bekommen. Sanktionen, die die Krim betreffen, werden im Gespräch mit den Freunden besonders genannt. Der große Wunsch Gerhard und Uta Ells Freunde in Jalta ist, dass die Sanktionen des Westens eines Tages eingestellt werden.

Abschließend ein Wort zu den Krim-Tataren: Nach dem Referendum wurden die Tataren durch die Gleichsetzung ihrer Sprache mit der russischen und ukrainischen als Amtssprache anerkannt. Die russische Regierung hat sich für die Vertreibung der Tataren entschuldigt und entschädigte diesen Volksstamm finanziell. Sie haben das Anrecht, kostenlos ein Grundstück vom Staat zu erhalten.