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Partnerschaftsverein Baden-Baden

Erste Bürgerreise nach Krim-Referendum – 18 Baden-Badener reisten nach Jalta

Jalta

Die erste Bürgerreise nach dem Krimreferendum in die Partnerstadt Jalta buchen Gerhard und Uta Ell vom Partnerschaftsverein als Erfolg. 18 Teilnehmer erlebten ein abwechslungsreiches Programm.

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Die Reisegruppe steht vor der berühmten Massandra-Weinkellerei.

Die Planung der Bürgerreise gestaltete sich laut den Ells recht aufwändig, weil wegen der verhängten Sanktionen kein deutsches Reisebüro zur Verfügung stand. Zudem gibt es seit dem Referendum im Jahr 2014 keinen Direktflug mehr von Frankfurt nach Simferopol. Jetzt geht es zuerst nach Moskau und von dort auf die Krim.

In Jalta angekommen erlebten die Reiseteilnehmer jeden Morgen vom Hotel ein von der aufgehenden Sonne angestrahltes Krimgebirge mit einmaligem Blick auf die Partnerstadt und das Schwarze Meer, das mit Wassertemperaturen von 26 Grad zum Baden einlud. Das "Bilderbuchwetter" mit angenehmem mediterranem Klima begleitete die Baden-Badener während ihres gesamten neuntägigen Aufenthalts.

Ein Höhepunkt war der Empfang im großen Ratssaal des Rathauses, wo Oberbürgermeister Andrej Rostenko und der erste Vorsitzenden des Stadtrates, Valerij Kosarev, die Gäste herzlich begrüßten. Beide brachten ihre Freude über den Besuch der Baden-Badener zum Ausdruck, in einer Zeit, in der man dies besonders zu schätzen weiß.

Als Gastgeschenk der Stadt überreichte Gerhard Ell im Auftrag von Oberbürgermeisterin Margret Mergen einen Brief und einen Baden-Baden-Bildband. Uta Ell überreichte ein großformatiges Foto, das sie im Stadtteil Cité mit dem Straßenschild "Jalta-Ring" aufgenommen hatte. Die Straßenbenennung sei laut Uta Ell ein Zeichen, dass Jalta in Baden- Baden einen festen Platz habe. Beide Seiten versicherten, die seit dem Jahr 2000 bestehende Städtepartnerschaft auch in Zukunft lebendig zu halten und sprachen mit Blick auf die augenblickliche politische Situation die Hoffnung aus, dass sich die Verhältnisse bald wieder normalisieren.

Das Ausflugsprogramm startete mit der Besichtigung der Alexander-Newski-Kathedrale und dem Besuch des Liwadija-Palastes, der früheren Sommerresidenz der russischen Zarenfamilie, bekannt durch die im Februar 1945 dort stattgefundene Konferenz von Jalta. Auf der Besuchsliste standen zudem die Schlösser Massandra und der Woronzow-Palast.

Ein Ganztagesausflug führte entlang der einmaligen Küstenstraße von Jalta nach Sewastopol. Dort folgte die Besichtigung des eindrucksvollen Panorama- Museums und eine Bootsrundfahrt im Hafen von Sewastopol, vorbei an der russischen Schwarzmeerflotte. Dem schlossen sich die Besuche der antiken Stätten von Chersones aus dem 5. Jahrhundert vor Christus und auf dem Rückweg der deutsche Soldatenfriedhof Gontscharnoje an. Die Anlage machte einen desolaten Eindruck, da durch die Sanktionen die Gelder der deutschen Kriegsgräberfürsorge ausbleiben.

Auf der zweiten Ganztagesfahrt nach Batschissaraij, der ehemaligen Hochburg der Tataren, besuchten die Baden-Badener den Khan- Palast, danach das Maria- Himmelfahrts- Höhlenkloster. Weiteres Ziel in Jalta war die Besichtigung der "Weißen Datscha" des Dichters und Arztes Anton Tschechow. Sein Wohnhaus, in dem er seine letzten Lebensjahre verbrachte, ist bis heute original erhalten. Eindrucksvoll war der Botanische Garten "Nikitskij" mit seinen 20000 Pflanzenarten aus aller Welt.

Ein besonderer Höhepunkt war, auf Einladung der Stadt Jalta, der Besuch in der größten und ältesten Weinkellerei Russlands Massandra, ein "Weinheiligtum" ganz besonderer Art. Es war das erste Mal im Rahmen der Städtepartnerschaft, dass eine Bürgerreisegruppe die Gelegenheit bekam. Die Kellerei beherbergt über 1 Million Flaschenweine, die Ältesten stammen aus dem Jahre 1775. Sie lagern in einem durch Alarmanlage gesicherten Stollen. Der gesamte Weinbestand der Massandra-Weinkellerei blieb im 2. Weltkrieg erhalten, weil er ins Wolgagebiet, nach Mittelasien und nach Georgien auslagert wurde.

Im Rahmen der städtepartnerschaftlichen Beziehungen besuchten die Ells die Schule Nr. 1, in der auf Privatinitiative mit Unterstützung von Uta und Gerhard Ell und des Partnerschaftsvereins vor fünf Jahren eine Sprachschule für Deutsch lernende Kinder gegründet wurde. Die Schulleiterin bereitete mit den Schülern für die Gäste einen kleinen Empfang vor. Auch die inzwischen zweite Sprachgruppe von Sechsjährigen lernt im Kindergarten in kleinen Schritten Deutsch. Schulleiterin, Lehrer und Eltern wohnten diesem herzlichen Empfang bei.